Suizid sollte kein Tabuthema sein
Unsere Bevölkerung setzt sich immer noch viel zu selten mit dem Thema Suizid auseinander. Doch gerade die psychischen Erkrankungen sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen und so ist es nicht selten, dass sogar Kinder sich mittlerweile selber das Leben nehmen, wenn sie meinen den Anforderungen nicht mehr Stand zu halten.
Warum Suizid?
Der Suizid ist keine Weltneuheit der Neuzeit. Vielmehr schlummert er im menschlichen Gehirn seit tausenden von Jahren. Allerdings haben sich die Beweggründe in der heutigen Zeit verändert oder verlagern sich zumindest etwas anders.
In den früheren Epochen der Menschheit, in denen ohnehin noch anders mit dem Thema Tod und den Themen Mord oder Suizid umgegangen wurde, gab es meist einen bestimmten Grund für den Selbstmord.
Der häufigste Grund für einen Suizid war, der Verurteilung durch die Justiz zu entkommen, auch, wenn das für Christen bedeutete, nicht in den Himmel zu kommen.
Man muss hier ganz klar betrachten, dass die meisten Menschen, gerade im Mittelalter, oft unschuldig im Gefängnis saßen und auf ihre Hinrichtung warteten. Dieser Hinrichtung wollten sie durch die Eigenjustiz entgehen.
Die Zeit wandelte sich, doch die Probleme sind bis heute da und an den Methoden hat sich nicht viel verändert. Die Gründe haben sich häufig verändert. Natürlich gibt es immer wieder Häftlinge, die sich, wie im Mittelalter umbringen, um der Verurteilung durch ein Gericht zu entgehen, aber dieser Faktor macht nur geringe Prozent auf der Suizidskala aus.
Heutzutage spielt der psychische Faktor eine viel größere Rolle. Ein Paar trennt sich und einer der beiden verkraftet es nicht, ein Arbeitnehmer nimmt sich aufgrund des Mobbings am Arbeitsplatz das Leben oder ein kleiner Junge verkraftet es nicht, dass seine Eltern sich trennen. Der Grund ist allen klar, aber Hilfe von außen bleibt ihnen oft verwehrt und selbst sind diese Menschen oft zu schwach nach einer anderen Lösung zu suchen.
Bringt ein Suizid Erlösung?
Natürlich dient leider auch der Suizid einem, wenn auch furchtbarem, Nutzen. Der betroffene Mensch hofft auf Erlösung, darauf, dass alles besser und einfacher wird. Hierzu nutzen diese Menschen oft die moderne Medizin, vergiften sich mit Tabletten, wählen den Freitod durch Erhängen oder springen von einer Brücke. Doch so schlimm all diese Methoden sind, sie nutzen diesen Menschen. Selbstverständlich muss sich jeder von uns fragen, ob man dies einem Menschen nicht ansieht, doch häufig sind die Anzeichen zu gering, als dass sie ein ungeschultes Auge wahrnehmen könnte.
Sollte es aber doch auffallen, liegt es an uns, diesen Menschen eine andere Lösung, als Tabletten und hohe Brücken aufzuzeigen und nicht, wie es die Gesellschaft häufig macht, wegzusehen.

